5 Tipps für deine Yoga + Meditationsroutine


Eine regelmäßige Yoga- und Meditationspraxis zu etablieren ist gerade absolut im Trend.

Glaubt man Instagram und diversen Persönlichkeits- und Yogablogs, dann stehen die wahren Helden und Heldinnen spätestens um 6 Uhr auf, rollen die Matte aus, setzen sich auf ihr Meditationskissen, üben sich in Dankbarkeit, visualisieren ihre Ziele, die sie dann in ihrem Journal (neudeutsch für Tagebuch) niederschreiben und genießen nach Zunge schaben, Ölziehen und Nasendusche dann ihre Acai Bowl mit Gojibeeren und Kakaonips. Selbstverständlich gibt’s dazu keinen Kaffee sondern einen im Hochleistungsmixer frisch zubereiteten grünen Smoothie oder Matcha Latte oder was sonst gerade foodtrendmäßig hip ist.



Ähm ja….Diese Vorstellung ist wirklich toll. Doch sind wir mal ehrlich: Würde ich all das (und das ist nur ein Auswahl, der empfohlenen Praktiken) jeden Morgen machen, wäre ich natürlich sowas von in meiner Mitte, gesund und strahlend aber um all das umzusetzen braucht es nicht nur viel Zeit sondern auch wahnsinnig viel Disziplin und Eigenverantwortung.

Ich bin wirklich ein sehr disziplinierter Mensch aber bei mir hat dieses „öffentliche“ Bild dazu geführt, dass ich jahrelang total überfordert war, überhaupt irgendeine Routine zu beginnen.

Denn wo fängt man da an?


Als Yogalehrerin war ich der Meinung, ich müsste jeden Morgen 90 min üben und danach noch eine Meditation einlegen. Sonst bin ich doch keine gute Lehrerin. Ich denke ich muss nicht erwähnen, dass mir das so gut wie nie geglückt ist und ich mega frustriert war, weil das zur Folge hatte, dass ich gar keine regelmäßige Praxis hatte.

Das „Aha“ Erlebnis kam - Achtung jetzt wird’s doch kitschig - nach einer Yogareise in Indien.

Da hab ich auf einmal kapiert, dass es nicht darum geht, was und wie lange ich übe, sondern darum etwas regelmäßig zu tun. Und das ist mein erster Tipp für dich.


Tipp 1_Weniger ist mehr

Nimm dir EINE kleine Sache vor, die absolut machbar für dich ist und wofür du nicht gleich deinen kompletten Tagesablauf ändern musst.

Bei mir war es eine Atemübung. Ich hatte mir vorgenommen, jeden Morgen Kapalabathi (Feueratem) zu üben. Das dauert 5 min. Das war realistisch. Und es hat funktioniert. Ich hab es jeden Tag gemacht. Und oh Wunder - manchmal ist daraus sogar eine längere Praxis geworden und ich hab im Anschluss noch meditiert oder ein paar Yogaübungen angehängt. Aber das hatte ich mir nicht vorgenommen. Das ist von selbst passiert. Und dann war ich sooooo happy und bin am nächsten Tag gleich wieder auf die Matte.



Tipp 2_Bleib flexibel

Meine nächste Erkenntnis war: Die Routine verändert sich. Nach einiger Zeit war die Atemübung nicht mehr das Passende und ich hatte das Bedürfnis nach Meditation. Ich hab auf mein Gefühl gehört (ein toller Effekt einer regelmäßigen Praxis) und habe jeden Morgen Metta Meditation (Mitgefühl) geübt. Deine Bedürfnisse ändern sich. Manchmal brauchst du mehr was für den Körper, manchmal für den Geist. Dann geht irgendwie gar nichts und du machst einfach eine Atemübung. Automatisch wird deine Morgenpraxis dann so ein schönes Tool um dich selbst wahrzunehmen und dich darin zu unterstützen dir selbst alles zu geben was du für einen guten Start in den Tag brauchst.


Vielleicht sagst du jetzt: Ja das sind ja alles tolle Tipps, aber ich komme morgens einfach nicht aus dem Bett und bin schon froh, wenn ich pünktlich in der Arbeit bin. Auch das kenne ich und glaub, mir ich ärgere mich jedesmal, wenn ich meine Morgenroutine nicht machen kann, weil ich’s nicht geschafft hab rechtzeitig aufzustehen. Denn wenn man mal erfahren hat, wie viel besser man sich den ganzen Tag nach einer Morgenroutine fühlt, dann ist es wirklich das Schlimmste, zumindest für mich, wenn ich ohne aus dem Haus gehe. In meinen Augen ist der allerwichtigste Tipp in Bezug auf Morgenroutine deshalb:


Tipp 3_Die Morgenroutine fängt schon am Abend vorher an

Ich habe beobachtet, dass es wunderbar klappt morgens aufzustehen und meine Routine zu üben, wenn ich rechtzeitig ins Bett gegangen bin. Wenn es spät wird, ich zu wenig schlafe oder mit zu vielen Gedanken ins Bett gegangen bin, dann tue ich mir meistens Morgens auch schwer.

Ich könnte jetzt auch eine lange Liste an Empfehlungen geben, wie eine Abendroutine aussehen könnte. Aber ich denke jeder von uns spürt ganz gut, was ihm hilft Abends zur Ruhe zu kommen. Also sorge am Abend gut für dich und dein Morgen wird es dir so sehr danken!

Falls du’s dann, aus welchen Gründen auch immer, doch nicht geschafft hast morgens eine kleine Routine einzubauen, dann kommt hier mein nächster Tipp


Tipp 4_Routine geht immer und überall

Vielleicht ist morgens einfach nicht der perfekte Zeitpunkt für dich und es macht für dich viel mehr Sinn eine Routine am Abend einzubauen. Probier Verschiedenes aus. Es ist ein Prozess.

Letztendlich habe ich festgestellt, es ist immer und überall möglich sich kurz zu verbinden und ruhig zu werden. Vielleicht im Bus, wenn du für einen Moment die Augen schließt und mal in dich hinein spürst wie es dir heute eigentlich geht. Oder wenn du irgendwo anstehst und wartest. Nimm deinen Atem bewusst war, schenk dir selbst ein Lächeln oder schicke mitfühlende Gedanken an die Menschen denen du begegnest. Du siehst, es gibt keine Ausrede. Mein Lehrer hat immer gesagt: Yoga fängt an, wenn wir die Matte verlassen.


Tipp 5_Fang jetzt an!

Ok, du bist soweit und hast wirklich vor jetzt loszulegen? ABER: Ich brauch noch eine Yogamatte, ich hab gar kein Meditationskissen, ich muss erst den Schrank zu Seite schieben usw. usw. Das sind alles ganz schlaue Ausreden, die dein Ego sofort abfeuert sobald du etwas ändern möchtest. Nimm’s wahr, lächeln deinem Ego zu uns sag: Hey, du hast keine Ahnung wie schön sich das anfühlt, wenn wir das jeden Tag machen - vertrau mir.

Also fang einfach an, das einzige was dich davon wirklich abhalten kann bist du selbst.


Inspiration für dich

Als kleine Starthilfe hab ich hier 3 verschiedene Impulse für dich.

Such dir davon einen aus und mach es einfach! Denn du weißt ja: weniger ist erstmal mehr ;-)




Dankbarkeit 3 min

  • Wenn du magst, stell einen Timer auf 3 Minuten.

  • Setz dich bequem hin, lehn gerne deinen Rücken an

  • Atme tief ein und mit dem Ausatmen schließe deine Augen

  • Nimm ein paar ruhige, tiefe Atemzüge und komm ganz bei dir an

  • Bring dann deine Aufmerksamkeit in dein Herz

  • Sag dir innerlich: Ich bin dankbar für…..

  • Zähle nun in Gedanken alles auf wofür du dankbar bist (die kleinen Dinge und die großen)

  • Wenn der Timer klingelt, spür noch einmal in dein Herz, nimm einen tiefen Atemzug und öffne langsam deine Augen

Atem zählen 5 min

  • Stelle einen Timer auf 5 Minuten.

  • Setz dich bequem hin, lehn gerne deinen Rücken an

  • Atme tief ein und mit dem Ausatmen schließe deine Augen

  • Nun zähle 5 Atemzüge.

  • Einatmen - Ausatmen 1

  • Einatmen - Ausatmen 2

  • Usw. bis 5

  • Dann beginne wieder von Vorne bei 1

  • Wenn du bemerkst dass du dich verzählt hast, beginne wieder von Vorne bei 1.

  • Richte deine Aufmerksamkeit ganz auf deinen Atem.

  • Wenn der Timer klingelt, nimm einen tiefen Atemzug und öffne langsam deine Augen

Morning Sequenz 15 min

Hier hab ich dir einen kurzen Morning Flow aufgenommen. Probier es aus und lass mich wissen, wie es dir gefallen hat.




Also aufstehen und los geht´s - life is now!


Marina

© 2019 by Marina Schröter

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